
Bei ganz genauem Hinsehen erkennt Ihr auf dem Bild meine Reinigung. Eine Reinigung benötige ich, damit ich meine Hemden nicht selber bügeln muss. Ich habe eine so große Apathie gegenüber dem Bügeln, so sehr, dass mir das 1,50 € pro Hemd durchaus wert ist.
Nun ist es aber so, dass meine Reinigung nicht etwa ein Vorbild als Dienstleistungsunternehmen ist. Nein! Ob das nun an Neukölln liegt oder an der Sozialisation der Besitzer, hat sich mir noch nicht erschlossen. So muss ich z.B. die ganzen Knöpfe der Hemden im Laden öffnen, weil mein Gegenüber sonst Ärger von seiner Frau bekommt. So darf ich nicht sagen, dass ich die Hemden schon am Dienstag abhole und dann doch erst am Samstag kommen. Da habe ich mir dann einen Rüffel eingeholt, dass ich doch bitte dann auch an dem angesagten Tag kommen soll. Beim nächsten Mal hatte ich wieder die Wahl zwischen Dienstag und Samstag und habe mich dann für Samstag entschieden. Zufälligerweise hatte ich dann doch am Dienstag Zeit die Hemden abzuholen. Die Hemden waren noch nicht fertig, sondern erst auf den Tag genau zum Samstag.
Dass ich jetzt die alten Bügel wieder vorbeibringen soll, leuchtet mir aber ein. Da bin ich wohl auch etwas faul. Das sehe ich daran, dass die ganze Wohnung voll hängt mit den Metallbügeln. Was ich aber eigentlich sagen will ist, dass ich den Laden echt oder gerade trotzdem mag. Trotz der Übergriffigkeit, die in dem vorherigen Absatz vielleicht nicht ganz rauskommt. Trotz des Gefühls sich jedes Mal wie ein Idiot vorzukommen. Trotz der Möglichkeit die Hemden für 5 Cent weniger in die nächste, näher liegende Reinigung zu bringen. Naja, sind halt meine kleinen Probleme. Prost, Neuköllsch!
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