9/10/2011

Kaff[ə] oda Bier?

Neuköllsch, der seine Tage in der randberliner Provinzidylle verbringt und nur zum Schlafen nach Nklln komt, hat sich die Tage in meinem Beisein darüber ausjeheult, dass er die Jungs und Mädchen vom Bürgeramt telefonisch nich erreicht und dass die ihm auch nicht auf seine E-Mails antworten. Und dass er, wenn er außerhalb der Sprechzeiten anruft, ne Anrufbeantworteransage zu hören bekommt, mittels derer ihm mitjeteilt wird, dass er außerhalb der Sprechzeiten anruft. Na hör mal, Alter, ick brech zusammen, wa! Watt'n Wunder aba auch! ICK hab da immerhin zuletzt drei Stunden - oder warn's vier? - vor Ort jewartet, um kurz mit einem von denen da oben sprechen zu dürfen. So issa...

Nu wat anderet: Dem aufmerksamen Linguisten springt sofort der Schwa in's Auge - stimmt's? Beim Versuch, hier mal so rischtisch abzuberlinan scheitere ich regelmäßig daran, den im Berliner Dialekt beliebten Schwa, den ich mit den Buchstabentasten, die mein Mc Book mir dankenswerterwerterweise zur Verfügung stellt, nicht darstellen kann, zu visualisieren. (Den Schwa von oben hab ick aus wikipedia kopiert, wa!) Ich bin nämlich davon überzeugt, dass es einen Unterschied zwischen Kaffee und Kaff[ə] gibt und dass dieser Unterschied nicht nur optisch bzw. wer wie ich beim Lesen gerne leise mitmurmelt wird sagen: akustisch wahrnehmbar, sondern vor allem einer des Geschmacks ist! Lese (murmle) ich 'Kaffee', dann denke ich an nen frisch jezapften Latte, während ich - wenn ich an Kaff[ə] denke - beinahe das  herrlich strenge Plörre-Aroma eines doppelten Kaff[ə]s aus dem Mensa Kaff[ə]-Automaten ohne jede Spur von Crema riechen kann.
Da ich, wie ja die Mensadamen schon lange wissen, nicht mehr so oft in der Mensa bin, substituiere ich im Moment mit Dankindonats Original Coffee in so groß es geht mit ordentlich Mülsch, den es ja Dunkin's-werterweise direkt am Hermannplatz janz legal zu koofen gibt. Und wenn man's da nich vorbei schafft, dann jibt's immer noch die Alternative am Alex. Und wenn man's da nich rin schafft, jibt's das Kleinod am Hauptbahnhof, straight am Schtarbacks vorbei...
Worauf wollt ick hinaus?
Stimmt - zwei Dinge:
  1. Kaffee Kaff[ə]
  2. schriftlich Berlinan ohne Schwa is nisch sooo leicht, wie de vielleischt denken tust, wa? 

Letztens am Alex seh ick ditte:
Wat is ditt? Ne Pflanzen-Kölle-Tram? Ick hasse die Dinger ja, wa. Kenn wa nisch, wolln wa nisch. Schleichen sich heimlich von hinten an, wenn du besoffen nachts durch'n Osten läufst, immer bereit nem Neuköllner eins mitzujeben. Mal zärtlisch von hinten aus'm Gleisbett stupsen. Und radfahren kannste drüben wegen der Dinger ooch nich rischtisch.
(Man, bin ick schlecht druff - nur am Rummeckern heute...)

Noch wat: Der Plus is zu. Großes Plus-Sterben in der Karl-Marx. Von einem Tach uff'n andern zu, wa. Ick bin perplex, Alter... Erst dit mit dem Kartoffelstand und nu ditte. Und wer kriegt's erst Jahre später mit? Icke.
Im näheren Bekanntnekreis grassieren verschiedene Theorien, aber keiner weiß was was jenauet. Von "da war'n zuviele Asis" bis "der war immer voll, wenn ick da war" is allet noch drin. Ick frage mich: Wat war da los?
Und noch was:
Frage.
Wenn der Buschkowxxx-Bürgermeister den Bio-Markt in der Sonnenallee feierlisch eröffnet hat (steht bei denen im Blog!!! Ein Lebensmittelladen mit eigenem Blog!!! Stell et dir bildlisch vor, Alter!!!), hat der denn dann den Plus (okay: Netto) in der Karl-Marx ooch feierlich jeschlossen? Würde mich ma interessieren, wa!

Und jetze zurück zu meiner Eingangsfrage:  Kaff[ə] oda Bier? Ick bin grade von meiner Tendenz zur gepflegten Plörre telefonisch abjebracht worden und werde demnächst also n paar Fußballbierschen schlemmen jehn.

Aba zum Schluss noch 'ne Spitze in Rischtung Nkllsch: In your face!!!

Piep, piep, piep...

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